Herzogtum Nassau

Herzogtum Nassau – “Deutschlands Paradies”, heute an der Schwelle zum Vergessenwerden

Das Herzogtum Nassau (1806-1866) umfasste einst einen großen Teil des heutigen Bundeslandes Hessen und einen Teil vom heutigen Rheinland-Pfalz. Hauptstadt war Wiesbaden. Vordem reichten die nassauischen Gebiete bis nach Nordrhein-Westfalen (Siegen) und ins Saarland (Saarbrücken).

“Deutschlands Paradies”, so wurde die nassauische Mittel-
gebirgslandschaft genannt, die sich über den Westerwald und den Taunus erstreckte und die am Rhein und an der Lahn entlang lag: reich an Wäldern, Wiesen, Wasser, Bodenschätzen und nicht zuletzt Weinbergen.

Das Wissen um Nassau, ein historisches Gebilde, das einst von Laurenburg und Nassau an der Lahn seinen Ursprung nahm und bis ins 10. Jahrhundert zurückreicht, geht in der jüngeren Generation fast vollständig verloren.

Dabei gehörte das Herzogtum im Deutschen Bund zu den mittelgroßen Staaten, und seine Stimme hatte durchaus Gewicht. Noch heute sitzen die Nachfahren der nassauischen Grafen auf den Herrscherstühlen der Niederlande und von Luxemburg, und auch ein englischer König (Wilhelm III.) entstammte Oranien-Nassau (Dillenburg).

Die zwei bedeutendsten Männer der europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts formten und zerstörten das Herzogtum Nassau. Napoleon Bonaparte war der Schutzherr des neu
gebildeten Herzogtums, das die verbliebenen nassauischen Linien vereinigte, und nahm es 1806 in den Rheinbund auf. Und der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck annektierte nach dem preußisch-österreichischen Krieg 1866 widerrechtlich das mit Wien verbündete Land.

Die 1866 entstandene preußische Provinz Hessen-Nassau, die bis 1945 bestand, war also nicht die nassauische Provinz von
Hessen, sondern eine Provinz, die aus Kurhessen (Kassel) und Nassau (Wiesbaden) zusammengesetzt war. Nassau war niemals in der Geschichte “Hessen” oder ein Teil davon. Und die nassauische Sprache ist nicht hessisch, sondern gehört zu den moselfränkischen Dialekten.

Dennoch gab es nach 1945 intensive Bestrebungen, die von
den Besatzungsbehörden zum Kunstgebilde Rheinland-Pfalz geschlagenen Teile (insbesondere der Westerwald) mit den anderen nassauischen Gebieten innerhalb des Bundeslandes Hessen wiederzuvereinigen. Ein dazu durchgeführter Volks-
entscheid wurde von den Behörden so lange verschleppt, bis
er bedeutungslos geworden war.

Auf diesen Seiten werden in loser Folge Eindrücke aus dem schönen Nassau wiedergegeben. Damit es nicht ganz in Vergessenheit gerät. –

“Das kleine Nassau erzeugt einen ausgezeichneten Menschenschlag, schlanke kräftige Männer – und blühende schwellende Frauengestalten.” (Die Gartenlaube, 1867).

Alt-Höchst

Höchst am Main
 

Kloster Gnadenthal

Weiler und Kloster Gnadenthal
 

Kloster Gnadenthal

Kloster Eberbach
 

Schloss Engers

Schloss Engers am Rhein
 

Hadamar Rathaus

Ehemalige Residenzstadt Hadamar
 

Eltville

Eltville am Rhein
 

Hachenburg

Hachenburg im Westerwald
 

Westerburg

Westerburg im Westerwald
 

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Siehe auch: An der schönen Lahn mit
Bad Ems, Diez, Nassau, Limburg, Weilburg, Balduinstein
sowie: Auf der Suche nach Rheinromantik mit
St. Goarshausen, Ehrenbreitstein.

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