Rheinromantik
Burg Katz
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St. Goar und St. Goarshausen – das sind die (ungleichen) Zwillingsstädte, die für Fremde so schwer auseinanderzuhalten sind, zumal die Namen so ähnlich klingen und die Orte sich am Rhein direkt gegenüberliegen. Beide Namen gehen auf den fränkischen Heiligen Sankt Goar, eine Person aus dem
6. Jahrhundert, zurück. Dabei gibt es doch einige Unterscheidungsmerkmale.

Das linksrheinische St. Goar (im rechten Bild unten) gehörte in seiner wechselvollen Geschichte wie sein Pendant über die Jahrhunderte hinweg  lange zu Katzenelnbogen und verschiedenen hessischen Gebieten, bis Napoleon kam und es Frankreich angliederte. 1815 kam St. Goar dann zu Preußen.
1946 wurde die Stadt ein Bestandteil von Rheinland-Pfalz.

Gegenüber der Zwillingsstadt auf der anderen Rheinseite wirkt
St. Goar wohlhabender, die Straßenzüge mondäner, und die Gassen haben mehr Leben auch an den Werktagen.

St. Goarshausen ist mehr ein Straßendorf, von dem der Verkehr im Rheintal nicht viel Gemütliches übrig gelassen hat, zumal die Straßenplanung nicht gerade behutsam vorging. Den Hotel- und Restaurantfassaden merkt man deutlich an, dass sie ihre beste Zeit in den 50er und 60er Jahren, teilweise bis Anfang der 70er Jahre hatten, als die Massen noch an den Rhein fuhren. St. Goar hingegen hat vor allem die innerstädtische Heerstraße mit ihren vielen Restaurationsbetrieben und Einkaufsmöglichkeiten.

Ein weiterer Unterschied betrifft die Burgen, was am Rhein natürlich sehr wichtig ist. In St. Goar sieht man schon über der Heerstraße thronend die Burg Rheinfels (rechtes Hochkantbild und unteres Panoramabild), die gut zu Fuß erreichbar ist. In St. Goarshausen erfordert die Burg Katz (oberes Panoramabild und Bild rechts) einen steilen und mühevollen Anstieg zu Fuß. Wer die Strapazen auf sich nimmt – wie der Verfasser – wird umso enttäuschter sein, wenn man vor einem verschlossenen Tor steht: “Privateigentum. Keine Besichtigung.”

Die Geschichte von St. Goarshausen ist ganz ähnlich der Partnerstadt, abgesehen von dem Intermezzo im Herzogtum Nassau von 1815 - 1866. Beide Städte sind nach den diversen, umstrittenen Verwaltungsreformen in den 1960er Jahren keine Kreisstädte mehr. Das ehemals stolze St. Goar ist nicht mal mehr Sitz einer Verbandsgemeinde.

St. Goarshausen versucht sehr stark, von der Popularität der Loreley zu profitieren, die kurz hinter ihrer Gemarkungsgrenze liegt, und nennt sich jetzt “Loreleystadt”. Die Erfolge der Werbemaßnahmen scheinen jedoch nur begrenzt zu sein. –

Rheinromantik? Die fand ich nur auf den Höhen. Das Dorf Patersberg oberhalb von St. Goarshausen bietet grandiose Ausblicke und das, was es unten im Tal nicht mehr gibt:
Ruhe und Besinnlichkeit.

Die Fotos entstanden im August 2014. Nikon D700.

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Forstbachtal
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Eine Szene der Ruhe und der Stille. Tief im Tal liegt der Fluss.

Burg Rheinfels
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