An der Lahn
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Obernhof und Kloster Arnstein: für einen Ausflug ist das eine ohne das andere kaum denkbar, es sei denn, man ist ausschließlich an kirchlichen Dingen interessiert.

Obernhof ist heute noch das Zentrum des Lahnweins, der hier und ein paar Minuten entfernt in Weinähr im herrlichen Gelbtachtal angebaut wird.

Der Weinbau an der Lahn ging um das Jahr 1000 vom Kloster Eberbach aus. Im Spätmittelalter wurde an der gesamten Lahn von Runkel bis Lahnstein Wein angebaut. In Obernhof selbst erreichte dieser in den 1950er Jahren seine größte Ausdehnung, als er sonst überall schon zum Erliegen gekommen war.

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Das touristische Interesse an Obernhof hat nachgelassen, wie die etwas heruntergekommene Ortsmitte bezeugt. Das Haus am Ort früherer Zeiten, das Gasthaus Bingel, hat schon Jahre geschlossen (Stand 2017). Eine gute Alternative ist das “Café Nr. 9”, in dem es ansprechende Torten aus eigener Konditorei sowie für Freunde herzhafteren Essens die üblichen Vesperplatten gibt, serviert natürlich mit Lahnwein.

Das berühmte ehemalige Ausflugslokal Klostermühle beherbergt nun eine religiöse Gemeinschaft. Ebenfalls am anderen Lahnufer gibt es noch das Hotel Goetheberg
mit angeschlossener Pizzeria, die unter der Woche aber nur abends geöffnet hat.

Prägend für das Ortsbild ist die schöne kleine Kirche, deren Pforten leider dem Besucher wiederholt verschlossen blieben.

Der schöne Zugang zur Lahn auf der gegenüberliegenden Seite ist seit 2017 nur noch für zahlende Besucher erlaubt. Man fragt sich, ob deshalb mehr Gäste nach Oberndorf kommen.

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Kloster Arnstein

Das weithin sichtbare Kloster Arnstein geht zurück etwa auf das Jahr 1030, als hier erstmals eine Burg erwähnt wurde. 1139 wurde sie in ein Prämonstratenser-Kloster umgewandelt, in das Graf Ludwig III. selbst eintrat.

Die Reformation überstand das Kloster einigermaßen, weil das mächtige Kurtrier
seine Hand über es hielt. Böse war es im 30jährigen Krieg. Ein vernichtender Schlag ging jedoch 1803 von der Säkularisierung aus. Der Orden wurde aufgelöst und die Gebäude mit Ausnahme der Kirche vom Herzogtum Nassau auf Abbruch versteigert.

Seit 1919 haben sich im Kloster die “Arnsteiner Patres” niedergelassen. Nach neuesten Berichten wollen sie das Kloster Ende 2018 aufgeben.

Die Besichtigung lohnt sich. Die Kirche hinterlässt einen starken Eindruck. Der Ausblick in das Lahntal ist imposant. Weite Teile der Klosteranlagen sind allerdings für den Publikumsverkehr geschlossen, so der schöne Klostergarten.

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Verwendete Literatur:
Nassauisches Heimatbuch, Wiesbaden 1913 (Abbildung)
Griebens Reiseführer Lahntal mit Bad Ems, Berlin 1928
Dehio Rheinland-Pfalz Saarland, München/Berlin 1984.

Die Bilder enstanden an einem schönen warmen Tag Anfang August 2017. Am braunen Wasser sieht man, dass es in diesem Sommer viele Schauer gab.
Nikon D700, Nikkor 50mm/1.4G, 28mm/1.8G.

Wohin weiter?
Nach Nassau oder ins
wild-romantische Gelbachtal.

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