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Gentle Giant: In a Glass House
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Die Besprechung bezieht sich auf die remasterte 35th Anniversary Edition von 2005. Es gibt bei den Bonus Tracks, bei der Aufmachung und bei der Abmischung Unterschiede zur remasterten Edition von 2000.

„In A Glass House” erschien 1973, nach dem Vorläuferalbum „Octopus” (1972). Dass Phil Shulman, der älteste der Shulman-Brüder, in der Zwischenzeit die Gruppe verlassen hatte, ist deutlich zu spüren. Mit „In A Glass House” boten Gentle Giant nochmals gute und ansprechende Musik, gingen aber auch einen Schritt weiter in die konventionelle Richtung.

Das Album wird umrahmt von zwei tollen Stücken, dazwischen gibt es viel belangloses, Selbst-Zitate und minutenlanges musikalisches Füllmaterial am Ende von „Way of Life” und „Experience”.

„Runaway”, der erste Track, ist kurzweilig, lustig und mit Überraschungseffekten, gibt aber auch in seiner rockigen Art leider einen Vorgeschmack darauf, wo Gentle Giant in Zukunft ihre musikalische Richtung sehen würden. Einmal mehr stört das aufdringliche Spiel von Schlagzeuger John Weathers.

Als letzter Track das mitreißende „In A Glass House” mit einem atemberaubenden Eingangs-Riff. Der Titletrack in seiner kraftvollen, dynamischen und beschwingten Art ist mit das beste, was Gentle Giant eingespielt haben. Einmal mehr wird auch deutlich, wie wichtig der Gitarrist Gary Green für die Gruppe war. Gary spielt ungemein variabel, exakt und gibt diesem Song wie vielen anderen ein Gerüst. John Weathers beschränkt sich im ersten Teil dieses Tracks endlich mal vorwiegend auf die große Trommel und die Becken.

Die Aufmachung der 35th Anniversary Edition von 2005 ist minimalistisch. Neuerdings (Juli 2008) wird diese Edition auch ohne die Papphülle mit dem Riesen ausgeliefert. Irgendwelche Informationen (außer Texten und Besetzung) oder Booklets gibt es nicht, was bei einer „Jubiläums-Ausgabe” doch erstaunt.

Weder auf dem beiliegenden Flyer noch auf der CD-Hülle sind die (geringen) Laufzeiten angegeben. Das hat man selten erlebt.

Das Remastering hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Die Abmischung ist teilweise und vor allem in den Höhen eine Idee zu „knackig” geraten. Das Bandrauschen (was normalerweise ein gutes Zeichen ist) ist bedenklich laut zu hören.

Insgesamt: was für ein Unterschied zu den vorbildlichen Repertoire-Editionen der ersten vier Gentle-Giant-Alben!

Peter Eisenburger, 2. August 2008.

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Hochgeladen am 19. September 2021.

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