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2012 fuhr ich zum ersten Mal in das Ahrtal. Es war Oktober und in allen Gegenden, die für einen Tagesausflug in Frage kamen, herrschte Hochnebel.
Doch da sah ich morgens auf dem Satellitenfilm von Wetter Online einen blauen Streifen in der Höhe von Linz am Rhein und dem westlich von dort gelegenen Tal, das ich als Ahrtal nur vom Namen her kannte oder vielleicht einmal von einem Ausflug in der Kindheit.
Kurz entschlossen stieg ich ins Auto und fuhr über die B49 und die A3 nach Linz. Tatsächlich! Hier hingen zwar noch – soweit ich mich entsinne – ein paar Wolken oder vereinzelte Hochnebenschleier. Zunächst ein Frühstück in einem Café, und zwar das bei mir obligatorische Croissant mit Butter und Erdbeerconfitüre. Bei Lohner war das.
Dann auf die Fähre hinüber nach Remagen. Und von da in das Tal hinein, das zunächst bis Lohrsdorf ziemlich breit ist. Und Sonne Sonne Sonne!
Hier eine erste Rast und die ersten intensiven Eindrücke. Ganz genau weiß ich es noch. Die kleine Schlucht mit der Brücke, der Walnußbaum, von dem einige Nüsse einladend herumlagen, der Platz mit der leider mittlerweile abgebauten (warum eigentlich?) Gedenktafel an die “Franzosenzeit”, die kleine Kapelle, der Weg in die Weinberge hinein.
Dann mit dem Wagen weiter an Bad Neuenahr vorbei Richtung Altenahr. Fast glaube ich, dass ich als Kind mal mit den Eltern da war, weil der Name mir so bekannt vorkam.
Seitdem fahre ich jedes Jahr im Oktober wieder in das Ahrtal, unterbrochen nur von der schrecklichen Flutkatastrophe im Jahr 2021. Bei der darauf folgenden Tour kam ich dann nur bis hinter Lohrsdorf und seitdem jedes Jahr ein bisschen weiter.
Tatsächlich war dieses erste Jahr das eindrucksvollste, nicht nur, weil alles neu war, sondern weil das Weinlaub schon sehr schöne Herbstfärbung hatte.
Das Ahrtal wird umso steiler und schroffer, je weiter man hineinfährt. Es war und ist einfach überwältigend, dass es eine solche Landschaft mitten in Deutschland gibt, und gar nicht mal so weit entfernt, vor allem, seitdem ich wieder in Hölzenhausen wohne.
Oben die Fähre bei Linz.
Die Weinberge sind schon hinter Bad Neuenahr. Es gibt unfassbar steile Lagen. Hier ist Winzerarbeit Schwerstarbeit. Und manchmal hängen da noch ein paar prächtige Beeren.
Die Häusergruppe liegt – wenn ich mich recht erinnere – gegenüber von Dernau, einem der bei der Flut am schwersten betroffenen Orte.
In Dernau nahm ich meist mein Mittagessen ein. Man wählt passend zur Gegend und Jahreszeit eine Winzerplatte und dazu natürlich einen Ahrwein.
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