Schöne Städte Deutschlands
Laubach
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Geographisch liegt Laubach in einer Art Niemandsland. Man befindet sich hier im südwestlichen Grenzgebeit zwischen Vogelsberg (Stadtwerbung: “Das Tor zum Vogelsberg”) und Wetterau. Zur Wetterau gibt es auch einen starken historischen Bezug durch die Mitgliedschaft der Solmser Grafen im Wetterauer Grafenverein (der eigentlich der Verein der Westerwälder und Wetterauer Grafen war).

Das Stichwort “Solms” ist auch entscheidend für das, was den Reiz von Laubach ausmacht: das sehr beachtliche Schloss mit seinen gesamten ausgedehnten Anlagen einschließlich des Schlossparks.

Die Grafen von Solms waren seit 1418 in die Hauptlinien Lich und Braunfels unterteilt. Von Lich spaltete sich um 1520 die Linie Laubach ab. Politisch am bedeutendsten waren die Solmser Grafen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als der Wetterauer Grafenverein unter der Führung von Johann VI. von Nassau-Dillenburg eine durchaus beachtliche Rolle in der Reichspolitik spielte. Es war die Zeit der Reformation und der “Zweiten Reformation” (des Kalvinismus), von Wilhelm von Oranien (des Bruders von Johann VI.) und seines heroischen Kampfes um die Befreiung der Niederlande. Ab dem 17. Jahrhundert verfiel die Bedeutung der Solmser Grafen durch die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges. Laubach selbst wurde 1806 Bestandteil des Großherzogtums Hessen. 

Ankunft in Laubach, Parken in der Stiftstraße. Armenhaus, Café und Blumen.

Das wohl für jeden Besucher und Durchreisenden zunächst augenfälligste Gebäude ist die zuerst als Armenhaus, später als Rentkammer genutze Anlage in der Stiftstraße (Bild unten). Dort gegenüber parkt man auch am besten, bewundert den Oleander und stärkt sich vielleicht erst mal im empfehlenswerten Café Göbel, schon immer das Café in Laubach. Je nach Verkehrslärm ist es auch an den Tischen draußen erträglich.

Alternativ kann man den Wagen auch am anderen Ende des Schlossparks abstellen, also da, wo für uns an diesem Tag das Ende des Spaziergangs durch die Stadt war (siehe unten).

Geht man von der Stiftstraße zum Schloss, sollte man unbedingt auch die Rückseite des Armenhauses betrachten, welche schöne Gartenanlagen zieren. Auch das ein Charakteristikum von Laubach: sehr viele geschmackvoll ausgewählte und gepflegte Pflanzen.
 

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Literatur:
Dehio. Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen II. Regierungsbezirk Darmstadt. Deutscher Kunstverlag. München 2008.
Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Hessen. Alfred Kröner Verlag. Stuttgart 1976.
Kunshistorischer Wanderführer Hessen. Chr. Balser Verlag. Stuttgart/Zürich 1962.
Equipment: Nikon D700, Nikkor 50/1.4G, 28/1.8G. Altarbild: iPhone 6s.

Die Aufnahmen entstanden Mitte August 2020.

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Der Weg durch Laubach

Unser Weg führte uns von der Stiftstaße in die Schlossanlagen hinein. Hier gibt es schon mal eine Menge zu sehen. Von der Rückseite des Schlosses hat man auch einen Zugang zum Schlosspark, jedoch entschieden wir uns, zunächst die Kirche aufzusuchen.

Von der Kirche ging es weiter zu dem kleinen Marktplatz, wo es ein Café und ein nettes Blumengeschäft gibt. Dieser Platz ist eine der schönsten Stellen in der Laubacher Altstadt. Man darf hier allerdings keine so ausgedehnten Fachwerkensembles wie in manchen anderen hessischen Städten erwarten.

Meine Lieblingsstelle in Laubach ist eigentlich eine Sackgasse genannt “Grünes Meer”, die zu dem hübschen Hof mit dem Walnussbaum führt. Hier wirkt Laubach sehr dörflich.

Für den erinnerungsgeschwängerten Besuch im Park entschieden wir uns, den Wagen noch mal zu bewegen und am Steinweg zu parken. Von dort gibt es einen Zugang, der durch die unten links im Bild gezeigte Baumallee führt.

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