Rheinromantik
Boppard
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So titelt die Touristik-Behörde der Stadt Boppard am Mittelrhein. Gibt es denn in Boppard Chancen auf Rheinromantik, auf deren Suche wir uns gemacht haben?

Die linksrheinische Stadt ist eine der Hauptanlegestellen der touristischen Rhein-Schifffahrt, wovon die zahlreichen Anlegestellen zeugen.

An der Uferpromenade entlang gibt es eine erkleckliche Anzahl
an Hotels. Das erste Haus am Platz ist das “Bellevue”. Hier an
der Promenade, der Rheinallee, ist es tatsächlich ein bisschen gemütlich. Es herrscht relativ wenig Verkehr. Die Platanen bieten Schatten und die Hotels und Gaststätten haben draußen Sitzplätze eingerichtet. So etwas wie eine gewachsene Winzerkultur mit den entsprechenden Angeboten findet man hingegen kaum.

Richtig ruhig wird es an den beiden Enden der Rheinallee. Flussaufwärts liegt ein schöner, kleiner Park, beinahe menschenleer. Auch flussaufwärts findet sich noch mal eine kleine Szenerie von ruhig gelegenen Restaurationsangeboten.

Jenseits der Promenade gibt das Stadtbild nicht viel her. Über-
reste der Stadtmauer, ein paar historische Ruinen. Die Stadt wird zerschnitten durch die Bundesstraße. Um den Bahnhof herum
ein Gewirr an Straßen mit schwer zu durchschauender Verkehrs-
führung. Ohne Navi sind die Risiken einer Irrfahrt beträchtlich.

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Die Touristen machen Station, übernachten vielleicht noch, frühstücken und fahren mit Schiff oder Automobil ein Stück weiter, nach Rüdesheim, nach Koblenz oder gleich nach Köln.
Wenn man hingegen genügend Zeit mitbringt und aus Boppard heraus fährt, eröffnen sich weitere attraktive Möglichkeiten, die  im unteren Teil des Berichtes vorgestellt werden.

Auf die Previews klicken.

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Das Mühltal

Am nordwestlichen Stadtende schließt das Mühltal an. Der Eingang, wo es auch Restauration in einer alten Mühle gibt, ist nicht ganz leicht zu finden.

Das Mühltal ist zum einen der Aufstiegspunkt zum berühmten “Vierseenblick” (siehe Foto oben): man sieht vier Abschnitte der Rheinschleife. Zur entsprechenden Aussicht führen eine Seilbahn, eine kleine Straße mit engen Windungen sowie ein glorreicher Fußpfad (!). Vom Restaurant oben ist nicht zu viel zu erwarten.

Will man einmal “Vater Rhein” verlassen und eine Stippvisite bei “Mutter Mosel” machen, bietet das Mühltal die ideale Abkürzung. Denn wenn man die serpentinenartige Straße durch einen tiefen Wald immer weiter fährt, wird man nach einigen Kilometern über eine Kuppe hinunter in das Moseltal geleitet. Ebenfalls mit vielen engen Kurven geht es dann erneut durch einen Wald, bis man rechterhand die Burg Thurant sieht und sich vor einem das grandiose Moseltal mit den Weinhängen öffnet.

Die Aufnahmen entstanden in den angenehmen Morgenstunden (linksrheinisch) und glühend-heißen Mittagsstunden (rechts-
rheinisch) eines schönen Tages Anfang August 2013.
Nikon D700,  50/1.4G, 28/1.8G.

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Die andere Rheinseite

Dank Fähre ist man schnell auf der anderen Rheinseite, also am Fuße des Taunus auf ehemals nassauischem Gebiet. Dort liegen die Orte Filsen (gut auf dem Foto oben zu sehen) und Osterspai. Nur ein paar hundert Meter von der Bopparder Promenade mit ihren teuren Hotels entfernt, ist man hier in einer völlig anderen, dörflich anmutenden Welt, wo man sich durchaus einmal einen Besuch vornehmen sollte.

Weinbau ist allerdings nicht zu viel zu sehen. Unter anderem
von der großen Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts konnte sich der Weinbau in dieser Gegend nie mehr richtig erholen. Zudem war die Konkurrenz durch die klimatisch extrem bevorteilten Lagen am Bopparder Hamm wohl übermächtig.

Die Panorama-Aufnahmen von Boppard wurden von der “Filsener Lei” in der Nähe des Schwedenkreuzes gemacht.

An Filsen und Osterspai vorbei kann man die B 42 Richtung Lahnstein fahren und erhält einen phantastischen Ausblick auf den Bopparder Hamm, das größte zusammenhängende Weinbaugebiet am Mittelrhein (Beginn der Weinberge im Foto oben). In der gleichnamigen Rheinschleife fließt der Fluß hier tatsächlich von West nach Ost. Der Hang ist exakt nach Süden ausgerichtet und bekommt die volle Sonnenstrahlung ab – so
wie auch der Verfasser an diesem Mittag.

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