Rheinromantik
Bingen
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Bingen am Rhein – ein geschichtsträchtiger Ort am Zusammenfluss von Rhein und Nahe, einer Gegend, in der auch die heilige Hildegard wirkte. Eine Burg, ein Turm, schöne, mit Erinnerungen behaftete Cafés, zahlreiche attraktive Ziele direkt in der Nähe, eine vorbildlich gestaltete Rhein-Promenade, aber auch unfassbare Zerstörungen durch hemmungslose Bauwut in der Altstadt. Das Pfund, mit dem Bingen wuchern kann, sind seine Lage und die damit verbundene Aussicht.

Der Rhein macht hier eine 90° Biegung nach Norden. Am besten klettert man hinauf auf die Burg Klopp und besteigt möglichst noch den Turm. Der Blick ist phantastisch. Links flussaufwärts sieht man den Mäuseturm, auf der anderen Rheinseite Burg Ehrenfels. Direkt gegenüber der ausgedehnte Niederwald, an dessen Fuß die Germania. Zur Rechten reicht der Blick bis Kloster Eibingen und Rüdesheim. Sehr schön ist eine Fahrt mit der Autofähre hinüber nach Rüdesheim.

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Burg Klopp

Die Burg Klopp ist für Rhein-Burgen völlig untypisch. In der heutigen Form enstand sie erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Insbesondere das Hauptgebäude würde in seiner Anlage eher zu einem Schloss passen.

Auf jeden Fall ist ein Besuch Bingens ohne die Besteigung der Burg Klopp unvollständig. Der Aussicht ist nach allen Seiten herrlich, natürlich insbesondere in das Rheintal.

Und dann hat sich hier oben noch in allerbester Lage ein gehobenes Restaurant angesiedelt – besser kann es gar nicht mehr sein. Interessant ist auch der am Fuße des Turms angesiedelte Kräutergarten.

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In der Stadt

Bingen hat keine “Altstadt” im eigentlichen Sinn. Pittoreske Fachwerkhäuser, Winzerromantik oder verträumte Ecken und Winkel wird man hier vergeblich suchen.

Die Stadt hat immer wieder Kriegszerstörungen erlebt. Diesen stehen aber in nichts die  städtebaulichen “Maßnahmen” nach, die noch in jüngster Zeit durchgeführt wurden. Man sieht hier einen

Horror, den man kaum für glaublich hält. Betonburgen, die die für Bingen so wichtige Sicht zum Rhein verdecken, gehören schon zum Normalfall. Viele historische Gebäude wie das Rathaus wurden einfach abgerissen.

Wie aber zugelassen wurde, dass der Caritas-Konzern den Betonkoloss eines riesige Krankenhaus fugenlos an die historische Kapelle St. Laurentius bauen durfte, stellt alles vom Verfasser je Gesehene in den Schatten.

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Dennoch kann man ein bisschen durch die Gassen zu schlendern. Es ist sehr ruhig, hauptsächlich trifft man Rentner an. Die Bingener Geschäftswelt bemüht sich redlich um die Kunden. Schon im Sommer werden weihnachtsähnliche Dekorationen über die wenigen Einkaufsstraßen gehängt.

Es gibt einige nette Cafés, von denen vor allem das Café Klöppel zu nennen ist. Der schöne Blick zum Rhein, den man von hier hatte, wurde allerdings gnadenlos durch die genannte Klinik verbaut.

“In einer kleinen Konditorei, da saßen wir zwei bei Kuchen und...”

Am Rhein

Die Gestaltung der Rheinpromenade – da ist den Verant-
wortlichen mal etwas gelungen. Im Zuge der Landesgartenschau 2008 wurden hier unter achtsamer Einbeziehung historischer Struktur wie des Alten Rheinkrans, des ehemaligen Zollgebäudes und der Hindenburganlage thematische Parks errichtet, eine ansprechende und viel genutzte Promenade angelegt sowie ein vielfältiges Restaurationsangebot angesiedelt.

Hier entlang zu wandeln, die Open-air-Ausstellungen zu besuchen und den Blick über Rhein und Niederwald schweifen zu lassen, das ist zu jeder Jahreszeit eine reine Freude.

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Zum Mäuseturm zu kommen, ist komplizierter. Man stellt  den Wagen auf dem kleinen Parkplatz gegenüber dem alten Stellwerk Bingerbrück an der Koblenzer Straße (B 9) ab. Hier kann man hoch auf den Planken die Geleise überqueren. Von der anderen Seite hat man einen schönen Blick auf den Turm und die Burg Ehrenfels. Interessant ist hier noch die Besichtigung der Alten Waggonhalle, in der gelegentlich Veranstaltungen stattfinden.

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Die Aufnahmen entstanden im August 2016.
Nikon D700,  50/1.4G, 28/1.8G. iPhone 6s.
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