Titel Sanary-les-Allemands
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Station 8: Camille und Walter Bondy, Magasin Photo, Quai Marie-Esménard.

Ein großer Teil der deutschsprachigen Schriftsteller sowie einige andere Künstler und Intellektuelle flohen ab 1933 nach Sanary-sur-Mer an der Côte d’Azur. Viele bekannte Autoren wie Thomas Mann oder Stefan Zweig gingen über Jahre hier ins Exil, weshalb der damals beschauliche Küstenort schon als “Sanary-les-Allemands” bezeichnet wurde.

Die Stadt Sanary-sur-Mer hat in den vergangenen Jahren in vorbildlicher Weise dieses Erbe aufgearbeitet.

Neben einer Ausstellung (Eröffnung 2004 in Wien) und einer Bibliothek haben die Kommunalbehörden diejenigen Häuser mit informativen und ansprechend gestalteten Tafeln markiert, in denen die deutschsprachigen Autoren in dieser Zeit wohnten.

Nicht so vorbildlich erging es den Exilanten ab 1939. Teilweise wurden sie bereits mit Ausbruch des
2. Weltkrieges sie von den französischen Behörden festgenommen und jahrelang in Internierungslager wie Camp des Milles gesteckt. Sie wurden also unter Generalverdacht gestellt und haftbar gemacht für ein verbrecherisches Regime, vor dem sie gerade geflohen waren - sozusagen die Steigerung von Sippenhaft.

Andere wurden von dem mit dem Dritten Reich kollaborierenden französischen Vichy-Regime gefangengenommen und deportiert.

Einigen Schriftstellern gelang erneut die Flucht, wie Thomas Mann nach USA, nicht alle hatten aber die finanziellen Mittel dazu. -

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Station 9: Anna Mahler-Werfel und Franz Werfel, 9 Chemin de la Colline.

Im Oktober 2011 konnte ich einige markierte Stationen aufsuchen und fotografieren. Ich machte jeweils eine großformatige Aufnahme und ein Bild der jeweiligen Tafel.

Insgesamt gibt es 21 Gedenktafeln an 18 Stationen. Die Tafeln sind weiträumig über das Stadtgebiet verstreut, so dass ein erheblicher Zeitbedarf erforderlich ist, um alle zu sehen. Die Stationen mit dem Auto abzufahren, verbietet sich meiner Ansicht nach.

Um die von mir fotografierten Stationen in einer Fotostrecke zu sehen, klicken Sie auf das oberste Bild oben rechts. Ich habe jeweils eine Großaufnahmen und eine Aufnahme der jeweiligen Gedenktafel hochgeladen.

Die Macher der Gedenktafeln haben sich entschieden, grundsätzlich auch Frau oder Gefährtin des Exilanten mitaufzunehmen, auch wenn dieser keine weitere kunsthistorische Bedeutung zukommt. Ein Gedanke, der nicht nur dem “Gender mainstreaming” entspricht, sondern auch nachvollziehbar ist, lebten doch die wenigstens der Auswanderer alleine und konnten sie doch ihr Schicksal in der Fremde kaum alleine ertragen.

Die Schreibweise der Namen, insbesondere der Doppelnamen, variiert in einigen Fällen zwischen Tafeln und dazugehöriger Dokumentation.

In den letzten Jahren sind zahlreiche Veröffentlichungen über das Leben der Schriftsteller in Sanary erschienen, online und Print, erschienen, von denen ich hier die wichtigsten vorstelle.

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Station 10: Thomas Mann und Katia Mann, 442 Chemin de la Colline.

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Station 11: Liesl und Bruno Frank, 385 Chemin de la Colline.

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Station 12: Lola Humm-Sernau, 92 Boulevard du Docteur Raphael Boyer.

Die Tafel von Lola Humm-Sernau war die erste, die mir im Juli 2011 auffiel, als ich morgens zum Strand Portissol ging.

Von der Geschichte der Exilanten wusste ich damals noch nichts und habe auch die zahlreichen Gedenktafeln, die sehr zurückhaltend angebracht sind, gar nicht bewusst wahrgenommen. Und dies, obwohl ich schon vorher an einigen direkt vorbei gegangen bin.

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Station 20: Helen und Franz Hessel, Impasse Louis Cimai.

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Station 21: Friedel und Alfred Kantorowicz, Impasse Louis Cimai (wie Station 21).

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Station 2: Erich Klossowski und Hilde Stieler, 11 Place Cavet.

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Station 3: Hans Siemsen, 11 Place Cavet (wie Station 2).

Die Cafés

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Die Cafés am Quai Charles de Gaulle, in denen sich die Emigranten trafen: La Marine, Le Nautique und Café de Lyon.

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