1957: eine Auswahl

Die schönsten deutschen Bücher 1957

1957. Die 50er Jahre sind in ihrer zweiten Hälfte und die 60er werfen langsam ihre Schatten voraus. In diesem Wettbewerb erkennt man es auch daran, dass zum ersten Mal der Name Hans Magnus Enzensberger auftaucht. 
1957 ist für die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland ein wichtiges Jahr, in dem das politische System in seiner damaligen Beschaffenheit unter konservativer Führung gefestigt und ausgebaut wird, ja, zunehmend unangreifbar erscheint. Das Saarland wird in die BRD eingegliedert und die ersten Soldaten in die Bundeswehr einberufen. Die CDU/CSU erreicht bei den Bundestagswahlen die absolute Mehrheit und Konrad Adenauer wird zum dritten Mal zum Kanzler gewählt. Die Römischen Verträge werden unterzeichnet und damit die EWG, das “Europa der Sechs” gegründet.
In der internationalen Politik beginnt langsam die Volksrepublik China das Augenmerk der Intellektuellen auf sich zu ziehen, was auch bei den prämierten Büchern mit einem Auswahlband sichtbar wird. 1957 lancierte Mao Tse-tung die “Hundert-Blumen-Kampagne”, die in die “Rechtsabweichler-Kampagne” überging, der mehrere 10.000 Menschen zum Opfer fielen. Mao legte regelrechte Quoten fest. “Entstalinisierung”, wie seit 1956 in der Sowjetunion unter Nikita Chruschtschow, würde es in China nicht geben. Mao: “Osteuropa hat nicht genug getötet. Wir sagen, es ist gut zu töten.”

Die schönsten deutschen Bücher 1957

Die schönsten deutschen Bücher 1957 (Auswahlheft)

Das Heft wird erneut im bewährten Format der 50er Jahre vorgelegt, diesmal in einem rötlich-beige gehaltenen, edel aufgerauten Umschlag. Das Layout ist gegenüber dem Vorjahr nochmals etwas ausgefeilter und differenzierter. Die Schrift ist die klassische Garamond. Bei den Abbildungen erscheinen nun auch Ansichten der Buchrücken.

Im ausschweifenden Vorwort lässt sich die Jury in persona Bertolt Hack nun entgegen ihrer früheren Weigerung doch herab, ihre Kriterien zu erläutern. Die Darlegungen sind in ihrem belehrenden, altväterlichen und besserwisserischen Ton schwer zu ertragen. Jede Abweichung von einem festen, unverrückbaren und kanonisierten Satz an Regeln wird gnadenlos abgekanzelt. Selbst ein geringfügiges „Herausschieben der Kapitelüberschriften aus der Mittelachse oder dem Satzspiegel” wird als „typographische Anarchie”, „Murks” und „mißverstandene Modernität” gegeißelt. Die zunehmende Verwendung von Farbe, gerade der von der Industrie eingereichten Festschriften, wird mit dem Verdikt „Neigung zu falschem, unwahrem Protz” belegt. Und so geht es in einer kaum zu überbietenden Arroganz in einem fort. Dabei wird an Ausrufezeichen nicht gespart.

Dass diesen anarchistischen Exzessen das Gesangbuch für das Bistum Limburg entgegengesetzt wird, lässt einen im Nachhinein eher schmunzeln. Sehr bedauerlich aber, dass zwei „vorbildlich gestaltete und gedruckte wissenschaftliche Werke” keine Aufnahme fanden, nur weil der Einband (nicht der Schutzumschlag) nicht gefiel. Damit werde ich leider der Möglichkeit beraubt, mir diese Bücher anzusehen. Und so ein bisschen versteht man, dass die kulturelle Revolution der 60er Jahre notwendig wurde.

Interessant ist immerhin die Aussage, dass die Qualität der Bücher insgesamt den „ehedem sehr hohen Standard” fast wieder erreicht habe. „Ehedem” wird nicht weiter definiert. Gemeint ist wohl die erste Phase des Wettbewerbs in der Weimarer Republik.

Neu ist diesmal, dass zusätzlich zu den damals 50 prämierten auch zwei in Deutschland gestaltete, aber fremdsprachige Bücher aufgenommen wurden (siehe unten “German art”). Weiterhin schafften es auf die Liste: sehr viele Kunstbände (darunter mehrmals Marc Chagall), die üblichen bibliophilen Editionen, ein 165 DM teures Werk über Ausgrabungen –
und diesmal sogar 8 (!) Kinderbücher. Nochmals auch Sizilien. Im folgenden eine persönliche Auswahl.

Ingeborg Bachmann: Die gestundete Zeit
Ingeborg Bachmann: Die gestundete Zeit

Ingeborg Bachmann:

Die gestundete Zeit
 

Das Buch als kunsthandwerkliches Produkt 

Schmal, in Einband und Umschlag ganz in blau-grau mit schwarz-weißen Akzenten gehalten. Besser kann man ein Buch nicht machen.

Die Literaturkritik

Der von großer Formulierungskunst zeugende Klappentext von Günter Blöcker soll hier zitiert werden:

„Ihre Verse sind hart im Klang, kühn und bizarr, doch niemals unorganisch in den Bildern; sie sind getragen von einer radikalen Illusionslosigkeit, aber auch von einer noblen, kraftvollen Schicksalsbereitschaft. Sie hat den Mut, Zeiterscheinungen ganz unmittelbar anzusprechen, in einem lyrischen Plakatstil von hämmernder Eindringlichkeit, wie er seit Brecht in der deutschen Literatur nicht mehr anzutreffen war.

Die Erlebnisbreite dieser Autorin, ihre Erfahrungs-
möglichkeiten, ihre Prägekraft reichen von einer schwer zugänglichen Gedankenlyrik bis zum schlichten, unmittelbaren Appell an das Gefühl, von der Bilder-
apokalyptik bis zur weichen Versmelodie, vom schmetternden Beckenschlag sehr bewußter Formulierungen bis zum verschwimmenden Ungefähr lyrischer Urklänge. Diese Frau hat das Entscheidende, das wirklich Moderne, nämlich: den lyrischen Intellekt.”
 

Die Frau

Diese herausragende Frau litt an exzessiver Tabletten-
abhängigkeit (Barbiturate). Vertraute sprachen von bis zu
100 Tabletten am Tag. Ingeborg Bachmann starb im Alter von nur 47 Jahren an einem unkontrollierten Entzug in
Rom, nachdem sie beim Einschlafen mit einer brennenden Zigarette ihr eigenes Zimmer in Brand gesteckt hatte.

Die Autorin und die 50er Jahre

Einen Einblick in das Leben der Ingeborg Bachmann und die Literaturszene der 50er Jahre gibt die Titelgeschichte des Spiegel vom 18. August 1954.
 

Ingeborg Bachmann

Das schier prophetische Ende des Artikel schließt mit dem Zitat eines anderes Dichters, August von Platen:

Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
ist dem Tode schon anheimgegeben.

Hans Magnus Enzensberger: Verteidigung der Wölfe

Hans Magnus Enzensberger: Verteidigung der Wölfe.
Was für eine Karriere stand hier noch in den Anfangsjahren!
Die Gründung des Kursbuchs sollte erst in acht Jahren geschehen und bis zum Jahr 1968 war es noch über ein Jahrzehnt.

Sehr aufschlussreich ist ein Vergleich der Gedichte in diesem Band, damals für 6 Mark im Verkauf, mit Ingeborg Bachmanns “gestundeter Zeit”. Enzensberger erscheint mir hier konkreter, auch kraftvoller, wo die Bachmann sicher noch eine hochfliegendere Imagination hatte. Wer will, kann die Unterschiedlichkeit der Lebenswege vorgezeichnet sehen.
Das diesem Band seinen Titel verleihende, letzte Gedicht “Verteidigung der Wölfe gegen die Lämmer” erscheint allerdings an der Grenze zum Zynismus. Es wäre interessant zu erfahren, wie Enzensberger später, in der 68er Kampfzeit, diese Zeilen gesehen hat.

Lily Abegg: Im neuen China

Lily Abegg: Im neuen China. Das ansprechend gemachte Buch beinhaltet eine umfangreiche Reportage über das China des Jahres 1956. Dr. Lily Abegg besticht durch eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe und einen gut lesbaren
Stil. „Im neuen China” demonstriert in großer Bandbreite und in schockierenden Einzelheiten, wie ein ganzes Volk von einer privilegierten Führung zu Staatssklaven mit erbärmlichen Lebensumständen gemacht wurde.
Fast meint man, Frau Abegg, langjährige Ostasien-
Korrespondentin auch der FAZ, suchte nach irgendwelchen positiven Faktoren, weil sie es selbst nicht glauben kann, was sie sieht. Dabei fallen ihre schon vorsichtig formulierten Hinweise auf begrüßenswerte oder zumindest differenziert zu betrachtende Gegebenheiten dann doch meistens schwach aus. Zum Beispiel behauptet sie, es gebe kaum noch Korruption, China sei nun „sauber”. Ein merkwürdiger Kontrast zu ihrer eigenen Beobachtung, wie Armeeoffiziere ihr triumphierend ihre Schweizer Uhren zeigen.
Sehr beredt die ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Fotos (von Lily Abegg?), die in den allermeisten Fällen ernste bis  verbitterte, schicksalsergebene Arbeitssklaven zeigen.
Seit dem Werk der phänomenalen Jung Chang, der epochalen Mao-Biographie, weiß man, dass alles noch viel schlimmer war. Die maoistischen Exkurse der westeuropäischen Linken der 70er Jahre machen einen im Nachhinein fassungslos.

Bernard S. Myers: Die Malerei des Expressionismus
Bernard S. Myers: Die Malerei des Expressionismus

Bernard S. Myers: Die Malerei des
Expressionismus – eine Generation im Aufbruch

Bis dato wohl beste und gründlichste Werkschau dieser Kunstrichtung. Der amerikanische Kunsthistoriker
Bernard S. Myers glänzt mit ungemein kenntnisreichen Erläuterungen und einer Führung durch die Stil-
richtungen des deutschen Expressionismus.
Der umfangreiche und schwergewichtige Band ist reich illustriert und hat neben zahlreichen Schwarz-Weiß-
Abbildungen auch viele eingeklebte Farbtafeln, wie man das damals machte.
Mit dem reißerischen und hässlichen Schutzumschlag hat

der Verlag DuMont Schauberg dem Buch keinen Gefallen getan. Offenbar wollte man aus dem Bekanntheitsgrad des Gemäldes “Der Schrei” von Edvard Munch Kapital schlagen, vergaß aber, dass dieses nur bedingt dem Expressionismus zuzuordnen ist.
Interessant ist ein Vergleich mit der parallel erscheinenden amerikanischen Ausgabe “The German Expressionists:
A Generation in Revolt
” mit einem wesentlich stimmigeren Titelbild, dem “Aufgehenden Mond” (1912) von Karl Schmidt-Rotluff.
Auch bei der Übersetzung lag man nicht so ganz richtig. “Aufbruch” ist dann doch etwas anderes als “Revolte”.

German Art of the Twentieth Century

German Art of the Twentieth Century
Das Museum of Modern Art gab 1957 eine große Ausstellung deutscher Kunst des 20. Jahrhunderts, das heißt bis dahin. Was noch kommen sollte, bis hin zu Joseph Beuys, war wohl damals unvorstellbar.

Der Band wurde in den Staaten gestaltet, aber komplett in Deutschland hergestellt. Zum ersten Mal in dieser Auswahl aus den schönsten deutschen Büchern ist ein Buch komplett in Hochglanzpapier aufgelegt. Die Vorteile sind nach über 50 Jahren offenkundig. Der obere Schnitt hat zwar Stockflecken, aber das Papier und damit die Abbildungen (etwa zur Hälfte farbig) sind praktisch neuwertig.

Inhaltlich ist der Band für einen deutschen Leser interessant, weil auch einmal Künstler vertreten sind, die sonst nicht in jedem einschlägigen Kunstband vertreten sind, wie Otto Müller, oder von den bekanntesten Künstlern auch einmal unbekanntere Werke.

Neben der Malern und dem unvermeidlichen Expressionismus sind auch Bildhauer vertreten.
 

Katharina Maillard / James Krüss: Kinder, heut’ist Wochenmarkt!

Kinder, heut’ ist Wochenmarkt! Da haben die Juroren richtig gewählt. Die damals schon bewährte Illustratorin Katharina Maillard und der noch am Beginn seiner Karriere als Kinderbuchautor stehende James Krüss schufen ein Bilderbuch, das gleichermaßen lehrreich wie lustig ist – besser kann man ein Bilderbuch nicht machen. Der flächige, zweidimensionale und an Collagen erinnernde Stil von Katharina Maillard ermöglicht es Kindern besonders gut, Personen, Tiere und Gegenstände auf den Bildern zu identifizieren.
Ich erhielt von einem Antiquariat aus Wolfsburg ein praktisch neues Exemplar dieses selten gewordenen Buches.

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Der Wettbewerb in der DDR

Spiegel Deutscher Buchkunst 1957

Spiegel Deutscher Buchkunst 1957

Der “Spiegel Deutscher Buchkunst” kommt diesmal zitronengelb daher.

Im seinem mit etwas kruden sozialistischen Thesen garnierten Vorwort will Alfred Kapr die Überlegenheit des Sozialismus gar bei der Arbeit der Jury erkennen (weil es keine gegeneinander arbeitenden Interessensgruppen mehr gebe). Das “sozialistische Ziel”, gute Bücher “in die Hände der Werktätigen” zu bringen, gelte auch für den Wettbewerb. Im übrigen habe man inzwischen bei der Buchproduktion zur Weltspitze aufgeschlossen.

Es wird auch auf Lohnerhöhungen im grafischen Gewerbe verwiesen, die zur Qualitätssteigerung beitragen sollten.

Diesmal wurden aus 220 vorgelegten Büchern 41 Preisträger sowie weitere 6 bibliophile Drucke ausgewählt. Der Jury sei es wichtig, immer Verbesserungen und Neuentwicklungen zu sehen. “Politisches Schrifttum, Werke der Gegenwarts-
autoren” sollten von den Verlagen mehr Beachtung finden – dies stehe im Einklang mit den neuesten Richtlinien der 1957 abgehaltenen Kulturkonferenz der SED.

In bemerkenswerter Offenheit geschehen wieder die Zusammenfassung der Ergebnisse als auch die Einzelkritiken.

Sehr wohltuend auch die entwaffnende Offenlegung von umstrittenen Entscheidungen und ihren detaillierten Hintergründen. In einem Fall eines “schönsten Buches” (“Gigant Atom”) war das Abstimmungsergebnis gar 7:7. Die Stimme des Jury-Vorsitzenden entschied dann. In der BRD galt hingegen ein strenges Einstimmigkeitsprinzip. Es ist klar, dass dadurch neue und ungewöhnliche Produktionen eine wesentlich schlechtere Chance hatten.

Leider folgt der Abbildungsteil in der Reihenfolge nicht dem Textteil – ein Unding. Gut jedoch, dass häufig auch der Innenteil der Bücher abgebildet wird.

Fazit: der DDR-Buchmarkt stand insgesamt dem westdeutschen kaum noch nach.

Hed Wimmer und Lore Müller: Provence

Hed Wimmer: Provence / Vorwort von Götz Göde

Nimmt man den Band in die Hand, merkt man schnell, warum das Buch bei der Jury umstritten war.

Die Fotos von Hed Wimmer aus Karlsruhe (!) und Lore Müller wirken häufig schon in der Motiv- und Ausschnitts-
wahl seltsam uninspiriert und die grausame Abbildungs-
qualität tut ein Übriges.

Am besten sind noch die Straßenszenen aus Marseille und die Portraits. Aber auch hier hätte man aufgrund technischer Mängel einige weglassen sollen. Und die Schwerpunktbildung auf der nicht unbedingt für die Provence typischen Hafenstadt sowie auf Burgen und Ruinen wird dem Titel eigentlich nicht gerecht.

Gearbeitet wurde mit Mittelformat und überwiegend mittleren Brennweiten. Zum einen kam eine Ikoflex (evtl. die angesehene 50er Jahre Reihe oder noch eine aus den 30er Jahren) mit einem Tessar 75 mm Objektiv zum Einsatz, zum anderen wurde die Bergheil, eine Vorkriegsplattenkamera von Voigtländer verwendet. Genauere Angaben zu den Kameras und Objektiven werden leider vermieden.

Ob die kontrastarmen Abbildungen mehr am Ausgangs-
material oder an Defiziten des Tiefdruckes lag, ist schwer zu entscheiden. Beim Mittelformat sollten jedoch schärfere und besser durchzeichnete Abbildungen möglich sein. Aber das Druckhaus Einheit Leipzig druckte 5 Jahre später den überragenden Band “Land der Gräser” mit einer beeindruckenden Reproduktionsqualität.

Vorbild von “Provence” war wohl der ein Jahr zuvor im Westen erschienene Band “Sizilien” (siehe auch die Ähnlichkeit im Einband). An diese Qualität kam man aber nicht annähernd heran.

Auch nicht bei den Texten. Die schön gesetzte Einleitung von Götz Göde ist melodramatisch mit einem völkischen Ein-
schlag und verzettelt sich bei viel zu langen, ermüdenden Exkursen zur Geschichte. Dass weitere Beschreibungen und die phantasielosen bis peinlichen Bildtitel über den Anhang und ein eingelegtes Faltblatt verteilt sind, mutet ebenfalls nicht optimal an.

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Ein Blick nach Österreich

Die schönsten Bücher Österreichs 1957
Ernst Doblhofer: Zeichen und Wunder

Die schönsten Bücher Österreichs 1957

Österreich bringt zum ersten Mal sein nun für viele Jahre geltendes Querformat und hat auch als einziges der drei deutschsprachigen Länder ein gestaltetes Titelblatt.

Das Vorwort ist diesmal ausführlicher als in den Vorjahren.

Nicht zufrieden war man mit der Anzahl der Einsendungen. Trotz der 1956 erstmals vorgenommenen Auslobung der immerhin mit 30.000 Schilling (ungefähr 4000 DM)  dotierten Staatspreise, wurden der Jury nur 59 Bände einge-
reicht. Ähnlich wie in der DDR wird gemutmaßt, dass die Verlage einen zu hohen Anspruch an sich selbst anlegten.
15 Bücher wurden letzten Endes ausgezeichnet. Interessant
ist die Beobachtung, dass dem Schutzumschlag eine zu-
nehmend größere Beachtung zukommt und dem Einband
eine immer geringere, nach Ansicht der Jury eine zu geringe.

Etwas skurril: der 1. Staatspreis (also das beste Buch im Wettbewerb) entfiel auf “Lehrbuch der tierärztlichen Geburtshilfe und Gynäkologie”.

Auffällig auch, dass wiederum ein Straßenbuch aus dem Schroll-Verlag ausgezeichnet wurde, das leider zur Zeit in der Originalausgabe nicht aufzutreiben ist.

Ernst Doblhofer: Zeichen und Wunder.
Die Entzifferung verschollener Schriften und Sprachen.


Hübscher und für die damalige Zeit aufwendig illustrierter Band, der in 9 Abschnitten die Entzifferung der alten Sprachen beschreibt. Die einzelnen Geschichten sind mit viel Erzähltalent und spannend wie ein Kriminalroman geschrieben.

Das wichtigste Kapitel ist natürlich die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen durch den Franzosen Jean Francois Champollion – einer dieser unfassbar intelligenten Menschen, die etwas konnten, woran vorher Generationen von Forschern scheiterten.

Recht störend bei dem Buch sind der unruhige Satz, der durch das durchgängige Nichteinhalten der Grundlinie entsteht, und das fehlerhafte kleine “m”.

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Die auf dieser Seite vorgestellten Bücher wurden unter anderem geliefert von: Celler Versandantiquariat (Auswahlheft), Antiquariat Reinhold Pabel (Ingeborg Bachmann), Antiquariat im Baldreit (Wölfe), mein-liebstes-buch (Wochenmarkt), Books and Toys (Provence),   Antiquariat Wegner (Auswahlheft Österreich).

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