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In der ersten Juni-Dekade wird es langsam hochsommerlich warm. Die Zeit des Höhenblicks neigt sich dem Ende entgegen. - Auf der Terasse
sitzen. Dem Wind und den Gesängen der Vögel lauschen. Die Gegenwart von Henry genießen. Die ersten Erdbeeren essen. - Um die Walderdbeeren gibt es Konkurrenz. Unter dem Wohnzimmerfenster füttert eine Amselmutter mit
Hingabe ihre beiden Jungen mit den kleinen roten Früchten.
Die noch verbleibenden Tulpen und Narzissen müssen für den Umzug zügig geborgen werden. Vor allem die Tulpen-Blätter können bei dem warmen Wetter so
schnell welken, daß man Schwierigkeiten bekommen kann, die Standorte noch genau zu identifizieren.
Die zweite Juni-Dekade wird im weiteren leicht wechselhaft, ohne eigentlich kalt zu sein.
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Wildstauden.
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Die dritte Juni-Dekade. Lange, lange Tage. Es ist über mehrere Tage für diese Jahreszeit ungewöhnlich windig. Am 22. Juni ist der Wind ganz
warm. Wieder, wie letztes Jahr fast auf denselben Tag eine Stimmung wie im Süden am Meer. Auf der Gartenbank sitzen. Sehen, wie das hohe Gras der Wildwiese sich im Wind wiegt. - Am nächsten Tag kommen Sturm und
Gewitter und der Wind wird kälter. -
Am Abend des 28. Juni stehe ich noch mal sehr spät im Garten. Es ist weit nach zehn Uhr. Frisch ist es geworden. Der Tag war schön, aber erneut recht windig. Die
Meteorologen nennen es eine "lebhafte westliche Strömung mit eingelagerten kleinen Störungen" und vermuten darin das "Zirkulationsmuster dieses Sommers". Der Garten - was ist das schon ohne Rosen? Schade, dieses
Jahr scheint ein Rosen-Jahr zu sein. Die wenigen Stöcke am Haus stehen in voller Pracht. Oder hängt es damit zusammen, daß ich sie erstmals nicht geschnitten habe?
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Die Erdbeeren sind gegessen, die Himbeeren fangen an zu reifen. Ich sehe in die Beete, die Formen einer beginnenden Verwilderung
annehmen.
Momentan sind die weißen und hellblauen Blüten der Glockenblumen Campanula caerulea bestimmend in den Beeten. Und da vor mir wachsen die Triebe der Aster "Andenken an Alma Pötschke", die ich geteilt hatte. Es war die erste Aster, die ich gesetzt habe, und nun ist sie wieder in dem Zustand wie vielleicht im 2. Jahr, also 1998. Wie oft habe ich mich an diesen für eine Herbstaster ungewöhnlichen rosa Blüten erfreut. Und wie viele Schmetterlinge habe ich beobachtet, wie sie an diesen Blüten hängen.
Vorhin habe ich einen kompletten Film (der neue Velvia 100) mit Päonien verknipst. Die Päonie links von der Haustür habe ich dieses Jahr das erste Mal nicht hochgebunden, und vielleicht
deshalb haben die Blüten sich - jedenfalls in meinem Empfinden - so schön wie noch nie entwickelt. Nach dem Bestimmungs- buch handelt es sich wohl um die "Evening World". Wie passend für
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heute abend. - Am nächsten Abend, es ist mein Namenstag und ein bißchen wärmer: die ersten Glühwürmchen.
Der Juli fängt mit
meinem Lieblingswetter an: zwischen 18 und 22 Grad, wechselnd bewölkt und leicht windig. Gegen Ende der ersten Juli-Dekade wird es aber dann wirklich schlecht. Temperaturen um die 15 Grad und häufige Schauer.
Vormittags mache ich an mehreren Tagen den Kachelofen an. - Ab Mitte Juli dann einige schwülwarme Tage mit Schauern und Gewittern. Oft kann man sich nur auf der überdachten Terasse aufhalten. Einmal steht zur großen
Wiese hin rüttelnd ein Rotschwanz sekundenlang in der Luft. Überhaupt sind Rotschwänze momentan die auffälligsten Vögel hier im Garten. Ein kleiner Pulk, es sind wohl zwei Jung- und ein erwachsener Vogel, ist
ständig unterwegs. Artistisch, wie sie von einer Warte herunterschwirren und Insekten in der Luft haschen. - Der Rest des Julis bringt schöne sommerliche Tage mit recht frischen Nächten. Am 31. Juli sehe ich auf dem
Plateau ein erstes gelbes Blatt an einer Birke. Der Beweis, daß der August den Übergang zum Herbst markiert.
Anfang August die Hundstage. Nach der Rückkehr aus der Normandie sehe ich an einem dieser Abende,
es ist der 9. August, etwa zeitgleich mit der erhofften Ankunft eines ersehnten E-Mails eine Sternschnuppe am Sternenhimmel und einige Minuten später eine Kröte an der Außentreppe zum Keller. Was hat diese
Koinzidenz nur zu bedeuten? - Es folgt eine feuchtwarme Witterungsperiode. - Einige Vogelfamilien lassen sich noch beobachten. Amseln, Drosseln, in der Eberesche werden unter dem typischen hohen Fiepen junge
Dompfaffen gefüttert. Welche Jungvögel sind es aber, die in der Japanischen Kirsche sitzen und Geräusche fast wie Grillen machen? Girlitze?
Am 22. August ist endgültig der Herbst in der Luft. Immerhin sind es
schon zwei Monate nach dem längsten Tag. Eine angenehme Frische, die man auf der Haut spürt, der geänderte Sonnenstand mit längeren Schatten und leuchtenderen Farben, die Herbststauden fangen mit der Blüte an.
In der letzten August-Dekade beendet eine brutale Schlechtwetter-Phase den Sommer, der insgesamt keineswegs verregnet oder kalt war.
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