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Der September entschädigt für den unbeständigen Sommer zunächst mit traumhaftem Wetter. In der ersten Dekade gehen die
Temperaturen bei viel Sonnenschein bis über 25°, danach haben wir bei wechselnder Bewölkung immer noch um die 20°. Oft kann man noch draußen auf der Terrasse sitzen und dort sein Essen einnehmen, nach
dem 12. September aber nicht mehr das Frühstück.
Die Spätsommerträume finden ein jähes Ende, als zur dritten September-Dekade die Temperaturen auf Novemberwerte fallen. -
Anfang Oktober ist
es sehr warm. An mehreren Tagen kann man wieder draußen sitzen. - Es ist ein Rosenjahr. Davon habe ich nicht viel. Meine Rosen sind ja im Exil. (Was ist ein Garten schon, wenn man nicht in ihn
hineingehen und an den Rosen riechen kann? Gar nichts. Bestenfalls eine schöne Fassade.) Und es ist ein Pflaumenjahr. Davon profitiere ich schon eher. Und Henry natürlich. Eher betrüblich ist es hingegen
wieder, daß ich vergessen habe, die beiden Feigen zu ernten, die gereift sind und nun schlapp und gärend eine Beute von länglichen schlupfwespenähnlichen Insekten werden.
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Eine Woche später ist es klar, aber bei einem kalten böigen Nordost-Wind muten die Tage fast schon winterlich an. Am 10. Oktober ziehen die
Kraniche. Innerhalb von zwanzig Minuten ziehen vier Schwärme vorüber.
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Immer noch sind es die Pflaumen, die die Hauptattraktion im Garten darstellen. So reichlich hat der Baum in all den Jahren noch
nicht getragen. Zur Freude von Henry und mir, die sich jeden Nachmittag dran laben. Und die Amseln, die Wacholderdrossel und die Eichelhäher. Und nachts kommen scheinbar Waschbären. Sie stehlen Henrys
Bälle.
Zu Beginn der dritten Oktober- dekade ein paar goldene Tage mit fast sommerlichen Temperaturen. Auch danach bleibt es überwiegend freundlich. Tatsächlich ist es Ende des Monats noch so mild, daß die abendliche Kühle regelrecht erfrischend wirkt.
Am 9. November ein vorzeitiger Wintereinbruch. Innerhalb von wenigen Stunden fallen 20 cm Schnee. Die teilweise noch belaubten Äste biegen sich unter der weißen Last bis fast auf den Boden. Ich
kann mich nicht erinnern, daß so früh mal so viel Schnee fiel.
Nachdem der Schnee weitgehend getaut ist, ist es einige Tage recht trocken, hell und frisch. Obwohl es erst Mitte November ist,
herrschen nun im Garten doch schon winterliche Bedingungen. Kaum noch etwas blüht. Der viele Schnee hat die Stauden umgedrückt. Auch am japanischen Kirschbaum schon typisch winterliches Treiben der
Vögel. Zwei Eichelhäher kämmen den Baum auf der Suche nach Freßbarem durch. Ein Baumläufer huscht am Stamm herum. Verschiedene Meisen, Buchfinken und Feldsperlinge. -
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Im Dezember 2004 ziehe ich um und so endet dieses Tagebuch, dessen Inhalt das Leben von Gabi, Peter und Henry "Am Höhenblick" war. Ich
danke meiner Frau Gabi für die schöne Zeit, die wir hier hatten, auch wenn diese keine Fortsetzung findet.
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