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Peters Gartenseiten
Vogel-Tagebuch

Frühling 2003

Winter 2002/03

Sommer 2003

Herbst 2003

Der März bringt traumhaftes Wetter. Fast jeden Tag Sonne und blauer Himmel, und das bis gegen Ende des Monats, als es schon richtig warm ist. Entsprechend stark sind die Aktivitäten der Singvögel. An einem Morgen noch Anfang März beobachte ich zwei Kohlmeisen-Männchen, die um ein Weibchen kämpfen, das ruhig und gelassen daneben steht. Die zwei Kampfhähne gehen wie flatternde Wattebäusche kerzengerade und gleichen Abstand haltend in die Luft.

Der auffälligste Vogel in diesen Wochen ist eine Singdrossel. In ihrer typischen Art sitzt sie auf den höchsten Baumwipfeln der Umgebung und zwitschert ihren schon schmerzlich schönen Gesang, der andere Vögel imitiert und unglaublich variantenreich ist.

Am letzten März-Sonntag beobachte ich vom Badezimmerfenster aus einen Pulk Grünfinken, ca. 8 Vögel. Sie hüpfen in den noch ziemlich kargen Beeten rum. Was suchen sie da? Das Fernglas schafft Aufklärung. Es gibt

schon frisches Nahrungsangebot. Im Saum der 1997 zum Feriendorf hin gepflanzten Hecke haben sich einige Stauden angesiedelt. Stark verbreitet über den ganzen Garten haben sich die Lungenblumen. Ein Exemplar dort hat - wie ich spä-
ter kontrolliere - tatsächlich schon frische Samen ausgebil-
det, noch ganz hell und weich. Und der ist die Leibspeise der Grünfinken. - Das kräftigste Männchen bewacht eifersüchtig diese kostbare Futterstelle und verjagt sogar Weibchen, die sich nähern wollen. - Später sehe ich einige der Vögel in den beiden schmalen Sonnenhut-Beeten Nistmaterial holen. Die welken Blätter der Rudbeckia hirta haben eine pelzige und rauhe Oberfläche und bleiben deshalb sehr gut haften.

Wiesenschaumkraut

Der April fängt hell, aber winterlich kalt an. Keine guten Bedingungen für die ersten Bruten der Singvögel. Vielleicht können sie es herauszögern, wenn die Weibchen noch keine Eier gelegt haben. Zur Mitte des Monats hin frühsommerlich warm. Zum ersten Mal sitze ich abends kurz auf dem Mäuerchen.

Mittags am 17. April (Gründonnerstag) ziehen Gänse in V-Formation von Süden kommend über das Plateau Richtung Hoherodskopf. Er ist wohl ihr Orientierungspunkt, genau wie für den in gebührendem Abstand folgenden Jet. Etwas unruhig ist die Flugbahn der Gänse. Vielleicht werden sie irritiert von den vielen Windkraftwerken? Oder sie suchen einen Rast- und Futterplatz.

Das Ganze ohne einen Tropfen Regen. Seit Anfang Februar hat es vielleicht 2 oder 3 Tage geregnet. Die mächtigen japanischen Zierkirschen entwickeln ihre Blüten nicht richtig. Viele sehen mickrig aus oder gehen gar nicht auf. Die Rapsfelder sehen ärmlich aus. Viele Rapspflanzem blühen bereits, obwohl sie vielleicht 15 cm hoch sind. Gegen Ende des Monats fallen endlich Regenschauer, nachdem es in unserer Gegend um den 20. April bereits geringfügigen Niederschlag gegeben hatte.

Zwei Tauben balgen sich - oder ist es Liebesspiel? Das Fernglas zeigt mir am nächsten Tag zwei Ringeltauben und ein mehr grau gefärbtes Junges, wahrscheinlich 1-jährig.

Anfang Mai, ein etwas bewölkter, aber trockener Tag. Der Rasenmäher zum ersten Mal in Aktion, und der Löwenzahn nimmt langsam Überhand. Im Beet sammelt ein Amselweibchen Nistmaterial. Energisch zuppelt sie an noch festsitzenden verdorrten Halmen, da bei den "Monatserdbeeren". Zwei Amselmännchen balgen sich, gehen als zwei Knäuel senkrecht in die Luft - bis Henry dem Treiben ein Ende bereitet.

Löwenzahn ist natürlich vom Gärtnerischen her höchst problematisch. Aber mehreren Finkenarten dienen die Samen als willkommene Nahrung, wie ich erneut beobachten kann. Neben den Grünfinken sehe ich jetzt sogar Dompfaffen, die in akrobatischer Manier die Halme umbiegen und die geschlossenen (nur in diesem Stadium!), schon Samen beinhaltenden Blütenkelche von der Seite anpicken.

Aber in der hohen Wiese lauern auch tötliche Gefahren. Eines Tages finde ich an drei gleich beieinander liegenden Stellen fein ausgezupftes Brustgefieder - die einzigen Überreste eines Singvogels. Von der Färbung her könnte es ein Dompfaff gewesen sein. Ist das der Grund dafür, daß die Dompfaffen mir in den nächsten Tagen eine neue, weiterentwickelte Technik präsentieren, Löwenzahnsamen zu zupfen? Sie lassen sich von einem Apfelbaumast fallen, bleiben mit schwirrenden Flügeln kurz über dem Löwenzahn in der Luft stehen und zupfen akrobatisch die Samen aus, um gleich wieder zum Ast hochzufliegen. -

Der Mai bleibt wechselhaft. Bei mäßig warmen Temperaturen kommt es immer wieder zu Schauern.

Mein in in einer Art von gepflegter Verwilderung befindlicher Garten mit seinem alten Obstbaumbestand und seiner großen Wildwiese ist ein Eldorado für bestimmte Vogelarten. 26. Mai: von der Terrasse aus sehe ich drei verschiedene Vogelarten ihre flügge gewordenen Jungen füttern: Grünfinken, Feldsperlinge und Kohlmeisen. Ich kann jeweils nur 1-2 Jungvögel zählen, vielleicht sind es bei den Meisen drei. Mehr hat die wechselhafte Witterung nicht zugelassen. Aber jetzt ist alles in einem Sinnenrausch. Bei den jungen Grünfinken geht sogar die Zuordnung verloren. Eben haben die zwei Jungen die Mutter, die immer wieder vom Löwenzahn holt, geradezu durchs Gäst gejagt, jetzt bettelt ein junger Grünfink sogar das Sperling-Junge an! - Durch das flauschige Gefieder wirken die Jungen jetzt in dem Stadium größer als ihre Eltern. Wie wild schlagen sie mit den Flügeln, die aber deutlich kürzer wirken, weil die Federn noch wachsen müssen. "Hab Hunger, hab Hunger! Gib! Gib!"

Der "Schneeball", der am ehesten den Namen verdient: Viburnum opulus "Roseum", von mir als Hochstamm gezogen.