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Winter 1997/98
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Im bisher (Silvester) ungewöhnlich milden Winter verzichten wir auf Fütter- ung der Vögel. Leider bekommen wir dadurch auch
nicht so viele zu sehen.
Neben den Amseln, Blau- und Kohl- meisen, Buchfinken sowie Rotkehlchen zeigen sich hin und wieder kleine Schwärme von
Feldsperlingen, Dom- pfaffen und Grünfinken.
Anfang Januar beobachten wir mit
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Freude, wie ein wunderschöner Grünspecht unsere Wiese nach Ameisen- nestern durchsucht. Hat er etwas gefunden, hackt er wild und
energisch in den weichen Boden, um sich (aus seiner Sicht) Leckereien herauszuholen.
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In den Januartagen ist auch immer wieder ein Dompfaff zu sehen, wie er sich auf dem Komposthaufen oder in der Eberesche noch die letzten
Samen holt. Ein prächtiger, dicker, fetter Bursche. An einem Sonntag morgen konnte ich ihn ganz nah, bis auf 2 m, beobachten.
Ende Januar wird es für ein paar Tage doch etwas kälter, und wir richten zwei Vogelhäuschen ein. Als Belohnung bekommen wir ein Haubenmeisen-
Pärchen zu sehen. Sie sind aber ganz scheu.
Im Spätwinter, als es Mitte Februar schon frühlingshaft warm ist, ist schon ganz deutlich eine Paarbildung zu beobachten. Dompfaffen-,
Rotkehlchen- und Feldsperlingsmännchen sitzen hoch in den Bäumen und singen ihren Partnerinnen ein mehr oder weniger melodiöses Liedchen vor.
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Frühling 1998
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Zu Beginn des Frühjahrs, als es am letzten März-Wochenende fast sommerlich warm ist, nehmen die Vogel-Aktivitäten und die Anzahl
der zu beobachtenden Arten deutlich zu. Ein buntes Treiben entwickelt sich um eine ausgehöhlte Kokosnuß herum, die noch vom Winter bei der Terasse hängt und in der es noch Körner und Talg gibt.
Buchfinken stellen sich wieder ein. Wir hoffen, daß dieses Jahr ein Pärchen bleibt. Auch die ersten Zeisige sind wieder zu
sehen. Einen Hausrotschwanz mit seinem schwarzen Kopf und ein Kleiberpärchen entdecken wir.
Schreck am Samstag nachmittag: zwei unserer Kanarienvögel, der Gelbe und der Orangene,
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büchsen aus und sitzen in den Sträuchern. Wir haben Riesen-Glück: der Hunger treibt beide wieder in den Käfig zurück.
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Das erste Mal ist an diesem Sonntag morgen eine Ringeltaube in unserem noch taunassen Garten zu Gast. Mit dem Fernglas entdecke
ich, was sie frühstückt: sie zupft Löwenzahn- blättchen ab. Kann sie.
Anfang April: Endlich wieder die Fitise! Ein Pärchen wechselt zwi- schen unserem Garten und dem Feriendorf. Es sind schon
genügend Insekten in der Luft, um sie zu haschen. Jedenfalls, wenn man so geschickt ist!
Im schönen und ungewöhnlich warmen Mai konnten wir einen Zeisig beobachten, der einen Löwenzahn anfliegt, den Stengel seitlich
nach unten biegt und die Samen verzehrt.
Kurze Zeit später sehe ich das erste Mal Distelfinken in unserem Garten. Zwei sitzen auf einem der Seilchen, die ich gespannt
hatte, um die neuen Beete zu markieren. Ich glaube, sie naschten auch am Löwenzahn.
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Sommer 1998
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Während eines Zwischenhochs ein seltenes Bild: ein junges Meischen ist so zutrau- lich, daß es auf meinen Schuh hoppst, um
dort bei der Gartenarbeit hängengebliebene kleine Kletten zu picken. Fast hätte es sich auf Gabis Schulter gesetzt. Wenig scheu ist auch eine weiß gescheckte Amsel, die zwei Meter vor mir ihren
Beschäftigungen nachgeht.
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Herbst 1998
Am Ende einiger weniger sonniger Spätsommertage sehe ich endlich wieder einen kleinen Fitis-Schwarm (*). Sie sitzen in der radikal gekürzten
Liguster-Hecke unterhalb des Gartens, halten Ausschau nach Insekten, fliegen flink und wendig auf und haschen ihre Beute in der Luft. Manchmal hört man den Schnabel mit einem kurzen schnappenden Geräusch zuklappen.
Bei ihnen hält sich auch ein kleiner Zaunkönig auf, der in typischer Manier durch die Hecke turnt.
Dieses Jahr hat wirklich einen ungewöhnlichen Witterungsverlauf. Der September geht gleich in den November über. Der "goldene Herbst" fällt
aus. Sechs Wochen Regenwetter. Darunter leiden sicherlich auch die Vögel, die sich nur wenig zeigen. Mitte Oktober zeigt mir Gabi am späten grauen Nachmittagshimmel hoch oben ziehende Wildgänse, die sich durch ihr
schnatterndes Rufen bemerkbar machen. In einem riesigen "V", mehr eigentlich wie eine "1" mit dem kurzen Aufstrich schweben sie dahin.
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Plötzlich Mitte November eine Woche lang klirrender Frost, wie im tiefsten Winter. Wir bauen schon die Vogel- häuschen auf,
wenigstens ein paar Vögel geben sich dort ein Stelldichein.
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All images © Peter Eisenburger
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