Weißlinge

Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Aurorafalter

Der Aurorafalter ist für mich der schönste Weißling. Mit seinen beim Männchen orangenen Flügelspitzen und den marmorierten Unterseiten der Hinterflügel macht dieser Schmetterling einen ungemein attraktiven Eindruck.

Der Aurorafalter ist auch einer der frühesten Schmetterlinge. Er flattert meist auf saftigen, feuchten Wiesen in der Nähe eines Waldes.

Schon immer waren mir diese Weißlinge mit den orangenen Flügelspitzen aufgefallen. Aber man muss sehr viel Geduld haben, bis sich sich mal hinsetzen. Wie sie geschlüpft sind, gehen sie auch schon auf die Balz. Schau mal her, wie toll ich bin! Wie schön ich fliegen kann. Ich fliege hin und her! Und da drüben gibt es noch ein paar wunderbare Blüten! Komm ruhig mit, flieg mir nach! Ich kenne die besten Plätze! Das kann den Fotografen zur Verzweiflung treiben.

Im warmen und sonnigen April 2011 gelangen mir aber einige Aufnahmen, sowohl von Männchen, als auch von Weibchen.

Dabei fiel mir unter anderem auf, was für lustige Köpfchen diese Schmetterlinge haben. Dichter Pelz, wie bei einem Stofftier, mit vorstehenden, grün gesprenkelten Klupsch-Augen.

Meist sucht der Aurorafalter das Wiesenschaumkraut auf, das auch eine meiner Lieblingsstauden für Sträuße von Blumenwiesen ist. Vom Wiesenschaumkraut ernähren sich auch die Raupen des Aurorafalters vorwiegend. (Angeblich nehmen sie auch “carnivore” Zusatznahrung auf.)

Am Beispiel des Aurorafalters wurden mir viele Zusammenhänge in der Natur augenscheinlich klar. Dieser Falter schlüpft, wenn das Wiesenschaumkraut anfängt zu blühen, denn hierauf ist er angewiesen, sowohl zum Nektarsaugen, als auch zur Eiablage. Wenn das Wiesenschaumkraut verblüht ist, ist es mit dem Aurorafalter auch vorbei. Und so geht das schon über viele, viele Tausende von Jahren. Natürlich gibt noch ein paar andere Kreuzblütler für den Aurorafalter, wie die Knoblauchsranke. An den meisten Standorten werden aber nur einige wenige Arten von Wirtspflanzen vorhanden sein. Und wegen der starken Gebundenheit an diese Wildstauden gibt es auch nur eine einzige Generation im Jahr.

Die Puppen überdauern dann zehn bis elf Monate, bis die Falter im nächsten Frühjahr schlüpfen und wieder im strahlendem Sonnenschein euphorisch über den Wiesen tanzen.

Der Name “Aurorafalter” leitet sich übrigens von “Aurora”, der Morgenröte, ab - eine Anspielung auf die orange-rot gezeichneten Flügelspitzen des Männchens.

Im Englischen heißt dieser Falter ganz einfach “Orange Dip”, also der orange getupfte (“gedippte”) Falter, im Französischen wiederum “L’Aurore”.

Im wissenschaftlichen Namen steht das “Antocharis” für “Farbenpracht” oder “schön wie Blumen”, “cardamines” ist das Wiesenschaumkraut. Also ein genau passender und trefflicher wissenschaftlicher Name.
 

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