|
Deutsche wird man in Sanary-sur-Mer nur wenige finden. Denn dem Massentourismus zugeneigte Deutsche wollen nach St. Tropez, und Sanary-sur-Mer kennen nur Insider. Gut so!
Interessant ist, dass viele deutsche Schriftsteller wie etwa Thomas Mann und Lion Feuchtwanger hier im Exil waren. Tatsächlich war der Ort damals so wichtig, dass er “Hauptstadt der deutschen Literatur” genannt wurde. Man sprach beispielsweise auch von “Sanary-les-Allemands”. Ein Artikel von Spiegel Online gibt einen ersten Eindruck über diese für die deutsche Literatur so wichtige Zeit. Thomas Mann etwa bezeichnete die Jahre in Sanary-sur-Mer als die “glücklichste Etappe” seines Exils.
Die französischen Behörden haben einen Wanderweg mit rund 20 Stationen eingerichtet, der an diese Zeit erinnert. Im Oktober 2011 machte ich Aufnahmen einiger Stationen dieses Weges.
Auf dieser Seite gebe ich einen ersten Literaturüberblick über das Exil in Sanary-sur-Mer.
Hotels und Restaurants
Doch wieder zurück zur Gegenwart. Sehr schön fand ich das familiär geführte, kleine Hotel Synaya in der Nähe von Portissol. Hierhin sollte der ruhesuchende Gast kommen. Insbesondere der Garten mit den Palmen und subtropischen Gewächsen hat es mir angetan. Hier kann man auch sein Frühstück einnehmen! Die persönliche Hotelleitung durch Maryline Bourjat ist umsichtig und freundlich.
Wie Madame Bourjat mir berichtete, wurde das Hotel in den letzten Jahren aufwendig neu gestaltet, existiert aber im Hauptgebäude schon seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, müsste also eventuell in den 30er Jahren auch deutsche Schriftsteller beherbergt haben.
Eine Alternative wäre das Hotel de la Tour direkt am Hafen. Entsprechend sind aber auch Parksituation und zu erwartende akustische Turbulenzen.
Unter den Restaurants fand ich das am Portissol gelegene Le Bard’o sehr nett.
Am Haupthafen und der Altstadt gibt es schier unendlich viele Einkehrmöglichkeiten. Einiges ist extrem touristisch ausgelegt. Dabei erlebte ich auch einige hässliche Szenen. Mein Gesamteindruck wurde aber nur wenig getrübt.
Wie an anderen Orten auch, sollte man immer versuchen, die Lokalitäten zu finden, in die die Einheimischen gehen. Oft sind es gerade die kleinen oder etwas abseits gelegenen Cafés und Restaurants, die am besten sind.
Überzeugend und typisch für Frankreich fand ich, wie auch noch das einfachste Restaurant seine Speisen präsentierte. Immer werden die Speisen hübsch garniert, immer gibt es etwas Baguette mit Oliven- oder Thunfischpaste als (kostenlosen) “Gruß aus der Küche” vorneweg.
Gut war z. B. das einfache und ehrliche Quai 16. Nach intensiven Gesprächen über Fußball und nach der vierten Coupe schenkte mir der Oberkellner auf seine Kosten Champagner nach.
Gerne war ich auch im Café La Marine. Der Service war geschäftig (natürlich auch geschäftsmäßig), schnell und freundlich.
|