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Die Provence ist eine meiner Traumlandschaften. Sechs mal bereits habe ich diese Region in Südfrankreich bereist, das erste Mal 1984.

Das einmalige Licht, die klare Luft, der Duft der Kräuter, die Lavendel-, Mohn- und Weinfelder, die Olivenbäume.

Wenn man sich wirklich darauf einlässt und es schafft, bei Land und Leuten “unterzutauchen”, befindet man sich in einer anderen Welt.

Ich fand den kulturellen Unterschied in der Lebensweise und Kultur zwischen der Provence und Deutschland deutlich größer als den zwischen Deutschland und den USA.

Avignon

Meine Anlaufstation in der Provence war immer Avignon, die Stadt der Gegenpäpste im Mittelalter.

Avignon ist über die Autobahn A 7, die berühmte “Autoroute du Soleil”, sehr gut erreichbar. Was war das immer so schön, wenn an der Autobahn das Schild erschien: “Vous êtes en Provence!” Beim nächsten Stop diese durchdringende und anhaltende Wärme, die Helligkeit, überall Weinfelder - und ganz unverkennbar: das Zirpen der Grillen.

Mit dem Zug ist es äußerst komfortabel, in dem superschnellen TGV nach Avignon zu fahren. (Den TGV nach Avignon gab es allerdings bei meiner Provence-Reise 1984 noch nicht.)

In Avignon ist der zentrale Platz mit den vielen Straßencafés (die Place d’Horloge) leider im Laufe der Jahre durch den ansteigenden Verkehr sehr laut geworden. Aber man muss nur ein paar Schritte gehen und befindet sich in der weitläufigen, verkehrsberuhigten Zone.

Die abendliche Stimmung in den Gassen, in denen sich zahlreiche Restaurants befinden, ist im Hochsommer unvergleichlich schön. In Avignon habe ich überhaupt das erste Mal in meinem Leben draußen unter freiem Himmel gegessen. 1984 war das mediterrane Lebensgefühl in Deutschland noch nicht so verbreitet wie heute.

Avignon ist durchaus überschaubar, und verlässt man die historische und natürlich denkmalgeschützte Stadt durch die alte Stadtmauer, die Avignon kreisförmig umgibt, befindet man sich sofort in einer ländlichen Umgebung.

Avignon eignet sich hervorragend als Stützpunkt für die Erkundung der Provence. Städte wie Aix-en-Provence, Orange, Arles, Sehenswürdigkeiten wie die Pont du Gard oder die Ockersteinbrüche von Roussillon sind mit dem Auto recht gut erreichbar.

Von einem Aufenthalt in Avigon während der Zeit der Theaterfestspiele in den letzten drei Juliwochen ist hingegen abzuraten, falls man nicht eigens wegen diesem Ereignis anreist. Es ist in dieser Zeit, vor allem abends, unglaublich voll in der Stadt.

Deshalb sollte man erwägen, in der ersten Juliwoche zu kommen. Nach dem Festival, zum August hin, können die Lavendelfelder in der Provence schon abgeerntet sein.

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Avignon im Jahre 1984. Blick von der Rue de la République auf die Place de l’Horloge.
Aktuelle Ansichten der Place d’Horloge hier.

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Blick vom Rocher des Doms.

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Ebenfalls vom Rocher des Doms aus gesehen: die Saint-Bénézet-Brücke (“Brücke von Avignon”). Die Brücke überspannte einst die ganze Rhône über die Insel hinweg bis zur anderen Seite nach Villeneuve-lès-Avignon.
Aktuelle Ansichten hier.