|
Saint-Valery-en-Caux habe ich bei jeder meiner drei Normandie-Urlaube besucht.
Das Städtchen liegt ähnlich wie Étretat in einer Bucht zwischen aufragenden Kreidefelsen, alles ist hier jedoch grober oder - wenn man so will - alltäglicher als im jenem anderen berühmten Badeort.
Die Häuserzeilen der Innenstadt geben aufgrund der Zerstörungen der historischen Bausubstanz im 2. Weltkrieg wenig her.
Der Küstenabschnitt hat grobe Kieselsteine und ist selbst im Sommer manchmal fast menschenleer.
Dafür sind die Preise günstiger und St Valery eignet sich gut als Stützpunkt für Erkundungen an der Alabasterküste oder im Pays de Caux, dessen Hauptstadt der Ort ist.
Auch der Yachthafen ist nicht unattraktiv und man kann schöne Spaziergänge zum Leuchtturm machen. Mehrere Übernachtungen wie im Jahre 1990 würde ich aber nicht mehr einplanen, da man doch schnell alles gesehen hat und gerade die Abende bei einem begrenzten Angebot an Restaurants sehr lang werden können.
Das zentral gelegene, vor dem Krieg mondäne, jetzt einfach und praktisch gehaltene Hotel des Bains ist keine schlechte Station für den Durchgangsreisenden oder den Budget-Touristen. Ich kann mich gut erinnern, wie unser Hund Henry im Zimmer vor Freude schier außer sich war, als wir angekommen waren. Unser erster Urlaub mit ihm und dann gleich nach Frankreich ans Meer. Und was war es für eine lange Fahrt gewesen! Am nächsten Morgen habe ich gesehen, dass er ein paar graue Haare mehr bekommen hatte.
Allerdings erlaubt das Hotel des Bains laut Homepage neuerdings keine Hunde mehr und kann damit von mir eigentlich nicht mehr empfohlen werden.

Eine informative Panoramaaufnahme von Saint-Valery-en-Caux gibt es bei Wikipedia.
Ein schönes Ziel in der Umgebung nach Norden ist Varengeville-sur-Mer.
Der ruhige Ort mit seinen Landhäusern und Villen ist vor allem bekannt durch George Braque und Claude Monet.
George Braque ist auf dem örtlichen Friedhof hoch über dem Meer begraben. Der bekannte Künstler gestaltete seinen eigenen Grabstein (siehe Fotostrecke). Claude Monet malte in Varengeville mehrere Landschaftsbilder.
Es gibt auch mehrere botanische Parks, zumeist jedoch ohne Zutritt für Hunde.
|